Gründungsforschung / Entrepreneurship Research

Sachgerechte, aktuelle Gründungslehre und die Vermittlung einer Entrepreneurshipperspektive für Studierende verschiedenster Fachbereiche kann nur bei intensiver Gründungsforschung erfolgreich sein. Campus Startup setzt bei der Gründungsforschung mit PLM-Innovation und Entrepreneurial Finance zwei Schwerpunkte:

PLM-Innovation
Das Innovationsmanagement bildet bis heute eine akademische Disziplin, die über kein strukturiertes Gesamtkonzept verfügt. Dieses Defizit wird durch PLM-Innovation behoben. Dieser Ansatz beginnt damit, dass er die vielfältigen Innovationsarten - Schumpeter (1911) definierte etwa fünf Innovationsfälle - auf lediglich zwei zurückführt: Innovationen sind entweder Produkt- (inkl. Services) oder Prozessinnovationen bzw. deren Kombination. Denn Innovation ist - im Gegensatz zur Invention - immer das, was im Markt als Neuerung durchgesetzt wird. Ausgehend von dieser Grundlegung wird ersichtlich, dass ein strukturiertes und umsetzungsorientiertes Innovationsmanagement auf ein Integriertes Produkt- und Prozessmanagement (IPP) hinauslaufen muss. 

Mit diesem IPP-Konzept wird jede gewünschte Wettbewerbsstrategie im Kontext des Business Models systematisch über eine integrierte Produkt- und Prozessstrategie direkt implementierbar, so dass die Strategieformulierung auch wirklich in einer entsprechenden Strategieimplementierung mündet.

Dieses IPP-Konzept wird möglich auf der Grundlage des prozessorientierten Managements von Produktlebenszyklen (PLM). Dabei gründet nicht nur die favorisierte PLM-Architektur selbst auf einem E-Business-Framework, sondern die Modellierung der PLM-Prozesse in der BPMN-Notation lässt sich in ausführbare webbasierte Workflows transformieren. Dabei beziehen sich die Workflows nicht nur auf die Kernprozesse, sondern neben Support Prozessen auch auf die Managementprozesse selbst: auf alle Aktivitäten des PLM-Produktmanagements, des PLM-Prozessmanagements, des PLM-Informationsmanagements und des PLM-Komplexitätsmanagements.

Dieses IPP-Konzept wird in den folgenden drei zusammenhängenden Veranstaltungen vermittelt:

  • Integrated Product and Process Management (IPP)
  • Process Modeling and Optimization (PMO)
  • Information and Knowledge Systems (IKS) 

 

Entrepreneurial Finance
Ein zweiter wichtiger Forschungsschwerpunkt konzentriert sich auf Entrepreneurial Finance. Dieser zweite Bereich ist genauso wie PLM-Innovation ein heute oftmals vernachlässigter Kernbereich der Gründungsforschung. Denn dieser Schwerpunkt hängt mit der ersten in der Wirtschaftstheorie eingeführten dynamischen Unternehmerfunktion zusammen: nach Richard Cantillon (1755) besteht diese im Kontext der Spekulations- oder Arbitragefunktion im Risikotragen ("The entrepreneur is the person who assumes the risk associated with uncertainty"). In diesem Prozess sind finanzielle Entscheidungen unvermeidbar, weshalb es notwendig wird, Investition und Finanzierung im Rahmen von "Entrepreneurial Finance" im unmittelbaren Startup-Kontext zu behandeln.

Diese Zusammenhänge werden in folgender Veranstaltung vermittelt:

  • Entrepreneurship

 

Literatur:

  • Cantillon, Richard (1755) "Essai sur la Nature du Commerce en Général", Londres: Fletcher Gyles, 1755.
  • Schumpeter, Joseph A. (1911) "Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung", Leipzig: Duncker u. Humblot, 1911.
BilerChildrenLeg og SpilAutobranchen